Ein freudiges Ereignis

Ein freudiges Ereignis

Deutsch von Brigitte Große

Trägerin des Österreichischen Staatspreises für literarische Übersetzung

Jahr
2007
Verlag
Diana Verlag
Seiten
176 Seiten
ISBN
ISBN 978-3453290273

„Von nun an gehörte mein Leben nicht mehr mir. Ich war nur noch eine Hülle, eine Leere, ein Nichts. Von nun an war ich Mutter.“

Barbara schreibt an ihrer Doktorarbeit in Philosophie, als sie Nicolas begegnet. Liebe auf den ersten Blick in einer Videothek, eine leidenschaftliche und intellektuelle Verbindung, gemeinsame Pläne. Dann kommt die Schwangerschaft – gewollt, erwartet. Doch das verheißene Glück verkehrt sich binnen weniger Monate in eine Erfahrung, vor der niemand sie gewarnt hatte: die eines vollkommenen Selbstverlusts.

Ihr Körper entgleitet ihr, ihre Beziehung zerbröckelt, ihre Identität löst sich in einer Rolle auf, die ihr ohne Zustimmung zugeschrieben wird. Nach Léas Geburt beobachtet Barbara mit philosophischem Blick, was die Gesellschaft verschweigt: Mutterliebe ist weder unmittelbar noch selbstverständlich, noch beständig. Zwischen Ratgebern, die lügen, und dem ständigen Diktat, eine „gute Mutter“ zu sein, sucht sie nach einer komplexeren Wahrheit – jener einer Frau, die sich selbst nicht aufgibt, um Mutter zu werden.

Ein klarsichtiger, schonungsloser und zugleich humorvoller Roman, der ein zeitgenössisches Tabu bricht: das der mütterlichen Ambivalenz. Mit dem Blick einer Philosophin durchleuchtet Éliette Abécassis eine der intimsten und am stärksten verklärten Erfahrungen weiblicher Existenz. Der Roman wurde 2011 von Rémi Bezançon mit Louise Bourgoin und Pio Marmaï verfilmt.